Sonntag, 22. Juli 2018

Lebenskrisen unter Beobachtung

Ich habe mit vielen Menschen über ihre Krisen gesprochen. Ich habe Tiere beobachtet, die trotz bester Versorgung krank werden und ich habe mich gefragt, worin eine Verbindung besteht zwischen Krise, Krankheit und Bewältigung.

In einem Satz ist festzuhalten, dass Krankheiten sehr oft verschwinden, wenn Krisen bewältigt sind.
Was aber bedeutet eine Krise zu bewältigen. Welche Bedeutung hat eine Krise und wie wird sie empfunden.

Wir kennen es alle, wenn es ab und zu knistert, wir zwar unzufrieden und nörgelig sind, aber keinen Anreiz sehen, etwas dagegen zu tun. Die Lösung die viele suchen ist im Außen, was soviel bedeutet wie: der andere hat Schuld an meiner Krise.

Ganz besonders gefährlich sind diese schleichenden Krisen, diese unterschwelligen Unzufriedenheiten, denn diese produzieren zähe und gefährliche Krankheitsprozesse, die lange als solche nicht erkannt werden. Und sind sie erkannt, gibt es kein Zurück mehr.

Dann gibt es diese Hammerkrisen, die sich mit einem lauten Knall in unser Leben mischen. Hinter ihnen verbergen sich die destruktiven Erkrankungen mit einem sehr starken Metabolismus, schaffen wir es nicht uns aus dieser Krise zu führen.

Ich nenne jetzt mal eine Zahl, die ganz viel entscheidet. Sie heißt 4! Nach vier Jahren können Erkrankungen entgleisen, die aufgrund von Krisen entstanden sind und durch eine Infektion ergänzt wurden.

Ich finde sie überall: Krise, Infektion, Metabolismus, 4 Jahre!

Gegen Infektionen - treten sie isoliert zu Krisen auf - können wir uns wehren....noch.... indem wir Medikamente einnehmen und Energie sparen. Letzteres ist einer der wichtigsten Parameter der Genesung.

Durch Krisen gekoppelt mit einer Infektion hilft eine reine Energieeinsparung nicht, denn unsere Emotionen sorgen dafür, dass hohe Anteile an Energie verbraucht werden, auf der Suche nach Lösungen oder auf der Suche nach Schuldigen.

Krisen benötigen wir, damit wir uns weiter entwickeln auf was für einer Ebene auch immer. Sehr hilfreich ist der Glaube an etwas Größerem (Anselm Grün Zitat), etwas Höherem, als wir es sind.
Es verbindet viel mehr Menschen miteinander, als man sich vorstellen kann und es entlastet ungemein. Es entlastet so sehr, dass wir unsere Energie für unsere Genesung verwenden können.

Wer in eine große Krise gerät, sollte allen Ballast abwerfen. All das was unnötig Energie verbraucht muss weg. Und dann begeben wir uns in die Stille in uns selbst. Das Meckern, das Nörgeln, das Kritisieren anderer, das Ego in uns beruhigt sich und wird irgendwann einfach mal die Klappe halten.

Und dann taucht es auf das kleine Pflänzchen der Hoffnung. Dorthin, wohin wir unsere Hoffnung wenden, werden wir uns auch wiederfinden, solange wir nicht das Zeitfenster überschreiten.

Diese Message wendet sich an Menschen, die vom Schicksal unumgänglich gebeutelt wurden.

Nun zu den anderen....

Ich habe an Tieren gesehen, was passiert, wenn sie der Meinung sind im falschen Körper zu stecken und doch eigentlich zu viel Höherem geboren wurden - aus ihrer Sicht. Das Entscheidend ist, dass ihnen etwas fehlt, was das Höhere oft ausmacht: Die Qualität des sich Führens. Die Qualität des sich disziplinierens. Das ist ganz simpel....

Wer sich nicht führen kann, der kann das Höhere nicht erreichen. So einfach ist das. Wissen alleine reicht nicht aus. Denn auch Wissen bedingt nicht, dass wir uns und andere führen können.

Wenn ich an einen Punkt komme, wo mein Affe im Gehirn wieder sein Solospektakel insziniert, bremse ich runter und sag innerlich:"Stop!"

Ich zeige meinem Gehirn die rote Karte und fahre ganz bewusst runter. Es gibt viele Wege, diese Gelassenheit zu lernen. Über Atmung verändern wir den ph-Wert des Blutes, wir beeinflussen die Hormonausschüttung, etc. Über lenken der Gedanken auf die andere Seite der Argumentation, lässt uns gelassener werden. Hierzu ein Beispiel:

Ich habe zwei große Hunde und gehe morgens und abends mit ihnen raus. Nun kann ich denken: Ich muss mit ihnen raus, weil sie Bewegung brauchen und ohne mich nicht können/dürfen. Daraus entsteht ein Zwang, später Zwangsneurosen, die sich an anderer Stelle entleert. Ich werde unzufrieden, sorge aber nicht für eine Auflösung dieser Gedanken. Die Auflösung dieser Gedanken wäre: Ich gehe mit den Hunden raus und erlebe etwas, z.B. die Natur oder die Menschen. Und schon die Veränderung meines Gedankengangs erzeugt Hoffnung, verändert meinen Blick und verändert meine Ausstrahlung.

Schaffe ich es nicht, negative Gedanken loszuwerden, knülle ich sie in ein Stück Papier und schieße sie in den Orbit. Die Gedanken waren da, haben aber mein Handeln nicht insofern beeinflusst, dass ich hirnlos rumgepoltert habe. Rumpoltern tun wir immer dann, wenn wir uns selbst bewerten. Und fällt das Bewerten schlecht aus, fangen wir an zu treten, um die Illusion des Selbstwertes zu erhöhen, indem wir das andere abwerten.

Hierzu noch eine kleine Geschichte von gestern:

Mein Mann und ich erhielten eine thailändische Massage. Danach gingen wir ins Städtchen tranken Lambrusco und waren ganz selig. Außer meine Blasen an den Füssen, gab es nichts zu beanstanden.
Wir überquerten eine Straße im Stadtzentrum, wo nur Straßenbahnen fahren dürfen...und eben langsam, weil meine Füße wund waren (Frau muss mal irgendwann neue Schuhe einlaufen, mit dem Risiko, nicht  zu wissen, wo es wehtun wird). Da brauste eine Radfahrerin ungebremst auf uns zu - Breite der Straße...5-6 m - bimmelte ganz aufgeregt und hielt ihr Fahrrad genau auf uns zu. Wir sprangen eben nicht zur Seite, a.) weil sie zu schnell auf uns zu hielt, b.) weil wir keine Augen am Hinterkopf und an den Seiten haben, c.) weil ich wunde Füße hatte. An uns vorbei schnauzte sie noch:"Könnt ihr nicht schneller laufen!"

...und ich rief:"Nein!"

Natürlich bäumte es sich in mir auf "Du blöde Kuh!" Zieh dir erst einmal was Anständiges an, bevor du mit mir sprichst!" Aber ich lachte über mich selbst und dachte nur "Gut Ding will Weile haben!". Mit einem Stück Humor, nimmt es die Schärfe auf eine entlastende und befreiende Art und Weise.

Humor ist eines dieser Eigenschaften, die ganz viel heilen, wenn man ihn einsetzt, auch in Krisenzeiten.

Wer ihn verloren hat, sollte sich auf den Weg machen und ihn herbeiwinken Er wirkt entkrampfend und befreiend und schützt einen vor starken Metabolismen.






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