Freitag, 13. Juli 2018

Dreitag der Freizehnte und die Frage, ob ein Tuktuk auf deutschen Bundesstraßen fahren sollte

Ja, ich merke gerade, dass es über ein Jahr her ist, dass ich einen Blog geschrieben habe.
Inspiriert von dem heutigen Tag und der lieben Hilfe einer Kundin, mich wieder auf die Beine zu bringen, bin ich wieder bereit....

Einige von euch kennen diese Kapriolen schon, wenn Frau Oppermann vom Leder zieht. Für diejenigen, die das noch nicht kennen, bitte ich, sich entspannt nach hinten zu lehnen und die Bilder zu genießen, die bei dem Gelesenen in Erscheinung treten mögen..

Das Tuktuk, welches mir heute begegnete, ist eigentlich das Ende meiner Geschichte. Ich ziehe es jedoch vor, mit dem Anfang einer Aneinanderreihung von kleinen Katastrophen zu beginnen....

Als ich mittags von meinen ersten Reitstunden zurückkehrte und mich auf die Stille freute, ahnte ich noch nicht, dass dieser Tag einer der Tage sein wird, an den ich mich mit einem Schmunzeln erinnern würde, mich aber auch dabei ertappte, bei dem Versuch mein eigenes Leid zu puffern , kläglich scheiterte.

Ich empfand den Tag heute eher als Komödie. Wenn sich jemand an Inspector Clousseau erinnern kann, war ich der alte Mann, der die Straße überqueren wollte und weil ihm das nicht gelang, sich einen Stuhl nahm, um dem Schauspiel - sich verfolgender Affen, Zebras und Polizisten - beizuwohnen.

Nun aber zu meiner Geschichte, die mit einem unsäglichen Geräusch von unrhythmischen Dauerbohrungen begann. Im Nachbarhaus wurde seit Tagen eine Wand aufgebohrt. Schon das Geräusch an sich war unerträglich. Aber hätte der Bohrer nicht etwas musikalischer sein können und nach einem gewissen Takt hätte bohren können. Stattdessen bohrte er, wie manche Auto fahren oder eine Nähmaschine betätigen.....vähhhhnnnn,vän....vänvän....vähhnn....versteht ihr???

Nach 2 Stunden gab ich auf und flüchtete aus dem Haus, mit der Hoffnung, heute noch eine Bombe zünden zu dürfen.

Tja, aber was sollte ich tun???

Da kam mir die Idee in die Waschstraße zu fahren. Also fuhr ich zu der Tanke um die Ecke, parkte brav mein Auto an der Seite und kaufte mir ein Waschticket, selbstverständlich das mit dem besonderen Glanz....man ist ja eitel.

Als ich zu meinem Auto zurückging, brauste so eine kleine rote Kugel mit türkisfarbenen Inhalt an mir vorbei, direkt auf die Einfahrt zur Waschstraße zu.

Kennt ihr das...diese Mischung aus Erstaunen, Neugier und allmählich schwelgendem Kamm???

Ich war gespannt, was mich hinter der Kurve erwartete....Eine leere Kugel, die den Weg zur Waschstraße versperrte!!!

Der türkisfarbene Inhalt war wie vom Erdboden verschluckt!

Gefühlte Stunden später kam das Türkis um die Ecke und wedelte mit seinem Waschbon rum, brabbelte in sein faltiges Kinn und warf einen Euro in den Dampfstrahler, versperrte aber immer noch den Weg hinein in die Erlösung mit glänzendem Auto den Tunnel verlassen zu können.

Ich schaute dem geschäftigen Türkis zu und zog es vor einfach die Klappe zu halten, bis das Türkis den Code eingeben wollte.

Ich konnte mir dann doch nicht verkneifen zu sagen, ob es nicht Sinn machen würde das "ROTE" hinein zu fahren, bevor man den Code eingibt...naja...usw!!!

Während der andere Wagen dann endlich gewaschen wurde, beschloss auch ich den Dampfstrahler auszuprobieren. Neugierig schaute mir das Türkis dabei zu. Ganz geschäftig reinigte ich die weißen Felgen meines Wagens, bis es ca 1m hinter mir zu blöken anfing:"Sie machen meine Hose ganz nass....!"

So ein Dampfstrahler kann in so einem Moment zu einer entzückenden Waffe werden. Ich hätte das Türkis am liebsten mit dem Strahler an die Wand getackert. Stattdessen drehte ich mich langsam um und fragte das Türkis, ob es nicht einfach auf die andere Seite gehen könnte mit einem etwas größeren Abstand.

Irgendwann war es in seiner roten Kugel verschwunden und davon gebraust.

Kaum auf der Straße fuhr mir ein nasepopelnder Mitachziger mit seinem Jetta regelrecht erst über die Füße und dann vor mir her....mit 20 km/h in einer fünfziger Zone. Zum Glück dauerte dieses Drama keine 10 min.

Auf der Abbiegespur nach Denkendorf erschien vor mir ein nagelneues E-Cabrio und was saß drin? Charming Mission Ende 50 mit gelee-giertem, dünnen Haupthaar und Pilotenbrille, braun gebrannt. Sein Radar war auf alles gerichtet, was zum typische Beuteschema eines solchen Hais gehört: lange Haare, Knackarsch, hohe Hacken (Gesicht kann man sich zur Not auch schönreden). Volles Klischee und doch so real.

Plötzlich haute der vor mir sowas die Mücke rein, dass es mich fast aus dem Sitz gehoben hätte. "Mann....!" schrie ich nach vorne "Du gelackter Affe....hast du sie noch alle!"

Naja, die einen bremsen für Tiere, die andere für Superstacksen mit Rampunzelhaar. Da fiel mir ein, dass ich einmal zu einem Freund sagte, der auch diesen Chip besaß, warum er sich kein Pony kaufen wolle. Kackt ihm zwar die Bude voll, aber hätte auch langes Haar und wenig Ansprüche....Mann, war der sauer :-)))

Mein Charming Mission E vor mir checkte genau, ob Superstackse ihn sehen konnte...leider drückte er zu früh auf die Tube.....
Da hat mal einer richtig Feuer gemacht und wofür??? Im wahrsten Sinne des Wortes für den Arsch.

Kaum war er davon gebraust, reckte so ein 3 Tonnen Mann seinen Bauch auf die Straße. Ich konnte dem gerade noch ausweichen. Können solche raumfordernde Geschosse nicht mit einkalkulieren, dass das Ende ihres Indvidualkreises nicht an der Nase aufhört???

Last but not least kam es dann um die Ecke...gekrochen und nahm mir die Vorfahrt.

Ein dunkelblaues Tuktuk 15 km pro Stunde. Es transferierte mich in eine meditative Phase von Raum-und Zeitlosigkeit gekoppelt mit höchster Demut.

Anders hätte ich diesen Schlussakkord nicht überlebt.....




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