Freitag, 2. Juni 2017

Erfahre dein Können



Wenn ich auf meine Füße blicke, denke ich mir oft, was das für eigentümliche Gebilde sind. Sie sind dafür gemacht mich in Balance zu halten, sowohl im Stehen, als auch im Gehen. Wofür wir die Zehen brauchen ist mir dabei immer noch nicht ganz klargeworden, denn meine Zehen sind so klein, dass jede Japanerin vor Neid erblassen würde.

Vielleicht sind unsere Zehen aber auch die letzten Relikte unserer Wurzeln, die statt in die Erde, naseweis nach vorne wachsen.

Wenn ich mir meine Zehen anschaue, würden sich diese gerne in die Erde bohren und mich zum Stillstand zwingen.

Genau genommen – wenn ich mir die vielen Menschen anschaue – sitzen die meisten auf Stühlen und ihre Füße verlieren an Bedeutung. Erhalten sie keine Aufgabe, verknöchern sie. Ein unterdessen weit verbreitetes Phänomen. Man kann diese Menschen als entwurzelt bezeichnen.

Kennt man sich mit der Lehre der Chakren aus – ein völlig verklärender Begriff im Westen -  braucht man sich nur die Energiefelder oberhalb der Brust anschauen: Hals, Kopf, Stirn. Da tobt regelrecht der Bär.

Wir sind voll von Gedanken – von morgens bis abends. Gehen uns die Gedanken aus, dann sorgen wir für Nachschub, jeder auf seine Weise. Es können Bücher sein, es kann die Glotze sein, es kann der Nachbar sein oder aber auch ein Reiter.

Unsere Gedanken kreiseln um uns und um unser Wissen.

Es tut mir leid, wenn ich jetzt an dieser Stelle einige provozierende Statements von mir gebe. Sie sind aber notwendig, damit ihr mit euch selbst eine grundlegende Erfahrung macht, die weit über das Wissen hinausgeht.

Wir be-urteilen Situationen, wir be-urteilen Menschen, wir be-urteilen unsere Umgebung. Und damit wir mit diesen vielen unnützen Informationen zurechtkommen, bewerten wir sie und packen sie in das entsprechende Kästchen, welches wir bei Bedarf sofort zur Hand haben.

Wir wissen so unglaublich viel und sind so arm an Erfahrung. Wir werden beherrscht vom Wissen, von den Errungenschaften der westlichen Welt. Dieses Wissen ist wie ein schlechter Virus. Er hält uns davon ab Dinge zu erfahren. Er sorgt dafür, dass wir uns in die Ahnungslosigkeit begeben und Dinge nachplappern, die wir gehört haben, die wir gelesen haben oder gesehen.

Fühlen wir etwas dabei? Wenn wir unser Wissen verkünden? Was fühlen wir aber, wenn wir von Erfahrung sprechen……na???? Wird es jetzt warm im Gehirnkasten?

Mir begegnen immer und immer wieder Menschen, die mich mit einem Haufen gesprochenem Müll zuschütten, der nicht nur keinen Nährwert hat, sondern unsinnigerweise den Raum füllt. Oft würde ich den Betroffenen gerne sagen, sie mögen sich mal ganz still verhalten und die Schwingungen des Raums fühlen, dann müssten sie nicht so viel plappern.

Unterdessen macht diese Spezies einen ganz großen Bogen um mich, was ich eigentlich sehr schade finde….oh….da fällt mir doch ein Beispiel ein….sehr nett!

Ich hülle jetzt dieses ahnungslose Menschlein in ganz viel Liebe. Denn das was ich nun erzähle ist keineswegs böse oder wertend gemeint. Es veranschaulicht lediglich, was ich ausdrücken will.

Gestern war die Eröffnung von Bernd Kolbs „Brahman“. Da ich seine erste Ausstellung besucht hatte, wusste ich was mich erwartete. Und da ich es wusste, überlegte ich, wie ich dieser Begegnung respektvoll gegenüber treten könnte…nein, ich meine jetzt nicht Bernd – einer der liebevollsten Menschen, die ich kenne – sondern der Energie, der ich gegenübertreten würde.

Ich zog meinen schönsten Sari an und ehrte auf diese Weise meine indischen Wurzeln. Bestimmt hatten so einige eine Erscheinung, was aber nichts mit mir zu tun hatte, denn ich war ganz bei mir.

Im Laufe des Abends stand ich dann alleine an einem Stehtisch und sog alles in mich ein, was an Energie so um mich herumschwirrte, als sich mir eine Dame mittleren Alters näherte, sich zu mir gesellte, mich auf meinen Sari ansprach und gleich munter darauf losplapperte, wie toll das aussähe und sie auch überlegt hatte einen Sari anzuziehen, aber das dann doch abgelehnt hat, weil sie es..…
......ja, was jetzt???

Zunächst bemerkte ich, dass es gar nicht um Inhalte ging, sondern um die Wirkung, die man im Außen mit solch einem Auftritt erzielen kann. Zunächst habe ich das gar nicht verstanden, was sie mir da erzählte….und sie mich wohl auch nicht.

Es war ihr wohl ein großes Bedürfnis von ihren indischen Wurzeln zu erzählen und plapperte wieder darauf los…ich erkannte ihre indischen Wurzeln aber nicht, bis sie zugab, dass sie sich als "Inderin" fühle und schon ging es wieder los...Indien...Hindus...Elefanten...Dasha……es folgte ein Durcheinander von Wissen und Halbwissen.

Ich schaute ihr tief in die Augen in der Hoffnung, sie würde bald ihre Klappe halten. Was sie dann auch tat!

Mich hätte viel mehr interessiert, wer sie wirklich war, wie sie sich fühlte, welche Aufgaben sie in ihrem Leben zu bewältigen hatte…..eben Tiefgang!

Wenn wir uns öffnen, beginnen wir zu erfahren. Wir erfahren dabei nicht nur, dass auf einem Spaziergang durch den Wald die Bäume unterschiedlich aussehen. Sie riechen unterschiedlich, sie bewegen sich unterschiedlich, sie senden unterschiedliche Energie aus und sie kommunizieren unterschiedlich. Mit jedem Gang in den Wald dringen wir tiefer in die Erfahrung ein und beginnen auch immer mehr zu fühlen.

Wenn ich jetzt das Waldbeispiel auf Reiter übertrage….hm, erkennen sich vielleicht ganz viele wieder.

Zunächst entdeckt man, dass Pferde unterschiedlich aussehen. Dann entdeckt man ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten, dann versucht man mit ihnen in Kontakt zu treten. Manch einer bemerkt auch, dass sie unterschiedlich riechen und sie nehmen uns unterschiedlich wahr. Bis sich dann die beiden Energien verschmelzen können, vergehen ein paar Jahre, was allerdings nur am Reiter liegt.

So ist das mit Allem!!! Es geht um Schwingung und es geht um Energie. Unser Körper kommuniziert über Schwingung und Energie. Wenn wir die Klappe halten, können wir sie spüren.

Je mehr wir spüren lernen, desto sicherer werden wir. Unsere Wahrnehmung erweitert sich in grenzenlosem Ausmaß.

Solange wir uns jedoch mit Wissen vollstopfen, das gar nicht zu unseren Erfahrungen gehört, werden wir das Fühlen nicht lernen, werden uns Angststörungen, Schlaflosigkeit, sowie chronische Erkrankungen plagen.

Ach ja, Fühlen und Gefühle sind zweipaar Stiefel. das Fühlen ist nach Innen gekehrt, Gefühle schwappen immer/meist nach Außen. Fühlen ist ein Empfangen ohne Wertung. Gefühle sind Emotionen behaftet mit einer Wertung, die sich in der Regel Luft machen. Ein großer Unterschied.

Wir werden in Zukunft wieder unsere Füße in die Erde stecken müssen, um zu erfahren, dass wir ein Teil eines großen Ganzen sind. Zeigen wir keine Bereitschaft wird uns die Natur bezwingen und das Universum wird uns auf den Kopf fallen.

Wir haben in nur wenigen Jahren, wenn wir es mit dem Wachstum der Natur vergleichen – geschafft unseren Erdball zuzumüllen und ihn zu vergiften. Wir haben mit einer unglaublichen Respektlosigkeit diesen Planeten und seine Bewohner ausgebeutet.

Wenn ich das jetzt einmal mit einem Tumor vergleiche, graben wir uns momentan das Wasser selbst ab und sind dabei uns selbst zu vernichten.

Wer fühlen lernt wird diese Energie erfahren und er wird handeln. Denn Erfahren bedeutet ein tiefes Bewusstsein darüber zu entwickeln, ein Teil eines Ganzen zu sein. Sind wir in der Lage diese Schwingungen aufzunehmen, werden wir auch in der Lage sein zu verändern. Jeder einzelne von uns kann dazu beitragen. Wenn wir die Dinge erfahren, hören wir auf sie zu beurteilen ;-))

Ich bin nur ein kleines Lichtlein, das versucht sein Licht weiterzugeben und ich freue mich über jeden, der in tiefer Verbundenheit bereitwillig seine Hände öffnet, um es weiterzureichen…..

In diesem Sinne, habt ein schönes Pfingstwochenende, geht in den Wald und beginnt zu fühlen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen