Samstag, 17. Oktober 2015

Herpes EHV1

Der Pferdeherpes ist keine schöne Angelegenheit und bedarf dann doch einer Aufklärung:

Es ist nur eine Art des Herpes wirklich gefährlich und auch nur für geschwächte Tiere. Es handelt sich hierbei um den EHV 1, der in seltenen Fällen zu einer Myelitis (Entzündung des Rückenmarks) führen kann. So steht das unter anderem in medizinischen Veröffentlichungen.

Man kennt heute die Zusammenhänge zwischen Stress und Schweregrad der Erkrankung. Bei den Sterbefällen handelt es sich in der Regel um immunologisch geschwächte Tiere.

Man geht davon aus, dass 80% der gesamten Pferdepopulation Träger des Virus ist, und gerade er in Stresssituationen ausbrechen kann, trotz dass Antikörper im Blut nachgewiesen werden können.

Klappt das Immunsystem kurzzeitig zusammen, nehmen die Antikörper ab und der Virus bekommt Oberwasser, der ansonsten Teil eines fast jeden Pferdes ist.

Da jetzt gerade im Raum Nürtingen Herpesfälle aufgetreten sind, hoffe ich, dass sowohl Reiter, Trainer als auch Tierärzte besonders Acht geben und möglichst Ställe mit Ausbruch der Erkrankung meiden. Außer der behandelnde Arzt, der mit diesem Thema besonders behutsam umgehen sollte.

Nichts desto Trotz kann man dafür sorgen, dass die Pferde in näherer Umgebung nicht unnötigem Stress ausgesetzt werden, man einfach langsam tut und versucht den Immunkomplex seines Pferdes hoch zu halten.

Wie kann ich einen ganz einfachen Test machen, um zu erfahren, ob mein hustendes Pferd gefährdet ist oder nicht:

Man nehme einen Stift und fahre dem Pferd ab Mitte der Wirbelsäule Richtung Kruppe abwärts, beidseitig rechts und links entlang. Eine beginnende Myelitis ist vergleichbar mit einer Ataxie. Gibt das Pferd im Rücken und der Hinterhand nicht nach, sollte man schnellst möglich einen Tierarzt konsultieren, denn behandelbar ist eine Myelitis, wenn man sie rechtzeitig erkennt.

Ich hoffe, ich konnte einen kleinen Teil dazu beitragen, um Reitern und Pferde die Angst vor dem Herpes zu nehmen.

Noch mal, rennt nicht in unterschiedlichen Ställen rum. Ich habe meine Termine so gelegt, dass ich bei Stallwechsel immer Zeit habe meine Kleidung zu wechseln, fremde Pferde auf Abstand halte und mich gründlich reinige. Termine bei bekannten Ausbrüchen wurden abgesagt...

Man sollte jetzt vielleicht auch nicht auf ein Turnier oder einen Kurs gehen müssen....

Bei Pferden mit Myelitis wird auch immer der EHV1 Titer zu finden sein, aber nicht jedes Pferd (80% der Population) das den Titer trägt bekommt Myelitis.

Leider gibt es keine Veröffentlichung aus der erkennbar wird, ob bei den Sterbefällen geimpfte und ungeimpfte Pferde beteiligt sind....würde mich jetzt doch mal interessieren. Besitzer von geimpften Pferden, sollten sich nicht in Sicherheit wiegen und den Husten ihres Pferdes ignorieren...ein kleiner Tip! Es gibt keinen Nachweis darüber, ob geimpfte Pferde auf der sicheren Seite sind.

Eine Myelitis ist eine systemische Erkrankung, die durch einen Virus ausgelöst wird, so wie der Epstein Barr Virus für eine Art von Leukämie verantwortlich gemacht wird. Jeder hat mit ihm Kontakt, aber nicht jeder erkrankt an Leukämie Nicht jedes Lebewesen erleidet sofort eine systemische Erkrankung bei Virenbefall.

Passt auf eure Pferde auf, tut ihnen viel Gutes. Ein fröhliches Pferd ist auch immer ein Pferd mit gutem Abwehrmechanismus :-)))



Freitag, 16. Oktober 2015

Wurmbefall

Heute bekam ich eine Nachricht.

Es ging um einen Wurmbefall in einem Stall. Ganz ehrlich....bei der Masse an Pferden ist das um die Jahreszeit kein außergewöhnlicher Zustand.

Was allerdings außergewöhnlich ist, ist die Aussage, dass man über ein Blutbild den Wurmbefall festgestellt hat:

Also... man kann über ein Blutbild keinen Wurmbefall feststellen. Man stellt nur einen Parasitenbefall fest, nämlich dann, wenn von den Abwehrzellen (zuständig für Parasiten) zu viele im körpereigenen Blut entdeckt werden.

Man sollte auf jeden Fall eine Kotprobe entnehmen, denn mit einer Wurmkur wäre es dann nicht getan. Man sollte dafür sorgen, dass auch die richtigen Würmer getroffen werden, und auch nur die.

Ein parasitärer Befall kann alles Mögliche bedeuten, z.B. auch Befall von Milben.

Grundsätzlich muss man bei Befall von Würmern nicht voreilige Schlüsse ziehen. Würmer sorgen unter Anderem auch dafür, dass der Körper etwas zu tun bekommt.

Kurzer Schlenker in die Humanmedizin....

Bei Autoimmunerkrankungen (Abwehrzellen zerstören gesunde, körpereigene Zellen), z.B. Rheuma, setzen Ärzte im Klinikum Tübingen erfolgreich Würmer ein. Die körpereigenen Abwehrzellen bekommen endlich etwas zu tun und die lästigen systemischen Intervallerkrankungen verschwinden.

Je mehr Hygiene ins Spiel kommt, desto mehr langweilen sich die Abwehrzellen und es kommt zu einer Umkehrreaktion.

Wieder zurück zu den Pferden.....

Ob ein Pferd stark von Würmern befallen ist oder nicht, hängt zum Teil auch mit seinem Darm zusammen (Eintrittstor zu anderen Organen). Ist der Darm gesund und die Darmwand intakt hat es so ein Wurm schon ganz schön schwer.

Selbstverständlich müssen wir das Tier entwurmen. Das beseitigt aber nicht die Ursache des starken Befalls.

An dieser Stelle zitiere ich meinen Lehrer...immer wieder gerne:
"Brennt im Auto die Öllampe, baue ich auch nicht die Lampe aus. Ich schaue nach der Ursache und gieße Öl nach, sonst ist irgendwann das Auto kaputt...trotz ausgebauter Lampe." :-)))))) !!!!!

....ich liebe solche Sätze....

Nach der Entwurmung ist es wichtig den Stoffwechsel anzuregen und für einen gesunden, intakten Darm zu sorgen und eventuell andere geschädigte Organe unterstützen.

Die Naturheilkunde beinhaltet, wenn man alle Mittel zusammenzählt ungefähr 10.000 - 15.000 Stoffe, die helfen können, unterschiedlich potenziert, über Gaben dosiert und zeitlich variabel, i.v., i.s., oral,. Man würde danach schauen, wo die gesamte Konstitution geschwächt ist.

Ein Pferd mit struppiger Mähne hat eine geschwächte Konstitution, ist wie beim Menschen auch. Man betrachte sich nur den Schopf. Stehen die Haare wild in der Gegend herum und fühlen sich trocken an, liegt das nicht allein am Erbgut, sondern am Stoffwechsel.

Zurück zum Wurm....

Ist das Pferd konstitutionell stark und besitzt keine idiopathischen Veränderungen...plötzlich ängstlich oder schreckhaft, etc. Kann man durchaus zunächst einmal abwarten und am normalen Entwurmungszyklus teilnehmen.

Ist das Pferd konstitutionell stark geschwächt (unruhig, schwitzt viel, frisst wenig, etc.) sollte man auf jeden Fall das Pferd sofort entwurmen, da für dieses Tier Gefahr in Verzug ist.

Möchte man seine Konstitution stärken, nützt es nicht einfach irgendein Mittel zur Stärkung zu geben. Das Mittel muss schon passen und bedarf einer gründlichen Anamnese.

Die Phytotherapie bietet aber doch ein Sofortprogramm, unliebsame Gäste aus dem Darm zu vertreiben.

Es sind Karotten, 2,5 kg am Tag gefüttert, über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen.

Nochmal, ein starker parasitärer Befall ist für ein Tier gefährlich und muss unverzüglich mit Chemie behandelt werden.

Das was an der Chemie krank macht, ist in der Regel das beigesetzte Mittel zum eigentlichen Wirkstoff, das dafür sorgt, dass der Magen mit seiner Stärke, die Keulen nicht unschädlich machen kann. Leider setzen sich diese magenumgehenden Stoffe überall im Körper ab, am liebsten in den Gelenken. Sie können nicht oder nur langsam vom Körper abgebaut werden und stören den Stoffwechsel mit ihrer dauerhaften Präsenz.

Pferdebesitzer sollten auch nach der Entwurmung jedoch ihr Pferd genau unter die Lupe nehmen. Ist es konstitutionell geschwächt, braucht es dringend eine aufbauende Behandlung.

Ach ja, wusstet ihr, dass die bekanntesten "Enzyklopen" der Naturheilkunde Ärzte waren? Paracelsus, Kent, Hahnemann, und wie sie alle heißen.

Naja, der Glaube an Gott spaltet die Menschen, gesehen hat ihn noch keiner. Seine Wirkung jedoch ist unumstritten ;-)))

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Ganzheitliche Therapie - die reitenden Therapeuten

Eigentlich sitze ich am Schreibtisch und sollte mich tief in meine Bücher vergraben, wenn es nicht dieses absurde Video einer Pleasureprüfung auf FB gegeben hätte.

Was die Turnierszene - der ich schon lange den Rücken gekehrt habe - da produziert, ist meiner Meinung nach entwürdigend. Den Tieren ist der Schmerz und Stumpfsinn in das Gesicht geschrieben und auf den Körper gemeiselt.

In meinen Gedanken habe ich dann versucht, diese Tiere in eine ihr entsprechende natürliche Bewegungsform zurückzuführen und bin zu dem Schluss gekommen, dass es mit Sicherheit für viele zu spät wäre.

Dieses Gepflatsche auf das linke Vorderbein ist auf Dauer für das Pferd schmerzhaft. Der Rücken dieser Pferde wurde dauerhaft und nachhaltig in ein Korsett gepresst, welches mit Schlaufzügeln und Ausbinder provoziert wurde. Bodenstangen sorgen hierbei für den Rest.

Was die Folge eines leblosen, nicht genutzten Muskels ist, erkläre ich später.

Bei Einigen - jedes dritte Pferd - stellt sich der Kopf schon nach Außen, um irgendwie den Schmerz beim Auftreten, über die Schulter zu kompensieren. Sie versuchen ihr Gewicht über den Schultermuskel abzufedern.

Wir von HBWR reiten - zum Glück - die Pferde anders. Jede Muskelpartie muss sich locker und geschmeidig und warm anfühlen, um einen korrekten, schonenden und geschmeidigen Bewegungsablauf zu garantieren.

...man versuche mal mit einem Besen korrekt Tango zu tanzen. Es wird nicht gelingen....und schön sieht es auch nicht aus :-(((

Warum haben wir Muskeln???

Damit sie den Skelettapparat stützen und diesen in der Bewegung abfedern.

Blockaden entstehen durch falsche Bewegungsmuster, hervorgerufen durch Überforderung und Einseitigkeit.

Reiter, die vom Sattel aus Blockaden lösen können, sind begnadete und fühlende Reiter. Sie fühlen in der Bewegung das Falsche und gehen darauf ein. Sie kennen den korrekten Tanz (Tango) und beherrschen ihn im Schlaf. Sie verwenden ihren Körper als Medium, um Blockaden zum Schwingen zu bekomme. Ihr Körper hat nur 1/8 an Kraft, welche sie ihrem Patienten gegenüberstellen können, also kann es nicht an der Kraft liegen.

Heute weiß ich, dass es die Energie, die Lebenskraft des Therapeuten ist, kombiniert mit Erfahrung und dem Wissen um den richtigen Zeitpunkt des Loslassens.

Es gibt sie überall - die falsch gerittenen Pferde. Viele wissen es nicht besser, wissen aber, dass es so nicht geht und geraten an den Falschen. Falsch sind immer die, die nach Anerkennung und Glorie suchen....Ehrgeiz, Ungeduld, Unerfahrenheit kommt dann noch als Multiplikator hinzu...und immer wieder Trends, die mit der Bewegung und dem Bedürfnis des Pferdes gar nichts zu tun haben!!!

Ich trainiere mit meinen Mädels jedes Mal, wenn ich in Stuttgart bin und bringe ihnen die Kunst des Fühlens und des Lösens eines Problems bei. Dabei spielt es keine Rolle, wie das Pferd geritten ist: Englisch, Western, Iberisch...französisch...kleiner Scherz.

Es geht um Muskeln, die den Skelettapparat stützen. Um Talente, die behutsam gefördert werden können. Um Pferde, die in dem falschen Körper stecken, zu viel leisten wollen, obwohl sie körperlich gar nicht können. Um die Kopflooser mit perfektem Körperbau, an denen jeder verzweifelt...

Ja, aber hauptsächlich geht es darum, dem Muskel nicht seine Funktion zu nehmen. Denn ist seine Funktion gestört, kann er den Skelettapparat nicht mehr stützen. Ein untätiger Muskel versorgt sich selbst nicht mehr mit Blut. Ihm mangelt es an Sauerstoff. Dann irgendwann übersäuert er, weil kein Austausch mehr stattfindet. Übersäuert er, hat das was von einem veralgten, stinkendenTümpel, der kippt. Er verkleistert und verklebt. Er verliert an Elastizität. Und irgendwann bräuchten wir ihn dann doch: Zum Aufstehen, zur Flucht, zur Abwehr zur Bewegung allgemein, zum Schutz...und dann reißt er.

Blöd, dass beim Pferd der Rückenmuskel für die Beweglichkeit, sprich Biegefähigkeit der Wirbelsäule und Trittlänge des Hinterbeins zuständig ist. Ohne Muskel versteift die Wirbelsäule. Erst gehen die Bandscheiben kaputt, dann wird der Zwischenraum ausgekleistert mit knochenähnlicher Masse, was dann die Ärzte als Verkalkung der Wirbelsäule bezeichnen. Während dieser Wandlung erfährt das Pferd schmerzhafte Entzündungen an den Wirbelkörpern und wenn das Ganze dann systemisch wird, könnte man von den Bechterew Pferden sprechen....ausgelöst durch Überreizung.

Das Skelett wiederum dient einzig und allein dem Schutz der wichtigen lebenserhaltenden Organe und der Versorgung unserer Zellen. Es kann die Aufgaben zerstörter Muskeln nicht übernehmen. Kein Organ kann zerstörten Muskel ersetzen. Ein zerstörter Muskel ist nicht reproduzierbar. An seiner Stelle bildet sich Ersatzbindegewebe. Es hat einzig und allein die Funktion, die letzten vefügbaren, kommunikationsfähigen Reste der Muskulatur irgendwie zusammenzuhalten, um das Überleben des Ganzen zu garantieren.

Unsere Evolution hat sich tatsächlich etwas dabei gedacht und ich wünsche jedem Menschen, ob Reiter oder nicht, unseren Planeten mit seinen Bewohnern mit mehr Achtung und Würde zu begegnen.

Mein Team und ich werden weiterhin mit unseren kleinen Kännchen die Wüste gießen und unseren Reitern und ihren Pferden beiseite stehen.

Es gibt sie die WIN-WIN Strategie für beide Seiten, damit das am Ende mit dem Tango klappt und das Elend dann doch klein hält.

So, und jetzt werde ich mich weiter auf meine Prüfung vorbereiten, die tatsächlich nur erst mal Leistung von mir abverlangt, um später vielen zu helfen, die in den Brunnen gefallen sind oder sich ihm zu stark genähert haben.

Unsere (die) Vierbeiner kommen schon jetzt in den ganzheitlichen Genuß, worüber ich mich sehr freue...das macht die Wüste für mich dann doch ein Stück kleiner :-)))