Mittwoch, 29. Januar 2014

Das Auto

Das Auto ist kein Pferd.
Wäre es ein Pferd, würde es mehr Kosten verursachen.

Wenn man bedenkt, dass die neue E-Klasse mit etwas Komfort 60.000 Euro kostet, weiß zunächst auch jeder, dass auch dieses Auto zu Schrott gefahren werden kann,

wenn man bedenkt, dass diese E-Klasse ganz schnell an Wert verliert, wie jedes andere Auto auch,

wenn man bedenkt, dass zwar jeder gerne einen solchen Wagen fahren würde, aber man leider aus 60.000 keine 6.000 oder gar 600 Euro machen kann,

frage ich mich immer wieder, warum ein Pferd weniger wert ist als eine E-Klasse, verursacht es wesentlich höhere Kosten, als dieses Auto.

Worin liegt der Fehler, liegt er ganz ketzerisch gesehen in der Aufklärung:" Öffnet dem Volk die Himmelspforten...."

oder der Mentalität:"...alles muss billig..."

Ich glaube, dass viele gar nicht wissen, was ein Pferd für Kosten verursacht.

Da gibt es nicht nur den Anschaffungspreis, denn einmal "E" immer "E" gibt es da nicht.

Es kostet auch, wenn es nicht "fährt".

Um das Niveau der E-Klasse halten zu können, bedarf es Wartungen...vieler Wartungen...1-2Mal die Woche. Nicht 1x im Jahr.

Um in den Werte-Bereich der E-Klasse zu gelangen braucht man ein talentiertes Tier....einen talentierten Trainer, der die Talente erkennt und sie auch fördern kann.

Kostet das Pferd in der Anschaffung 60.000 Euro, muss ich monatlich Minimum 600 Euro investieren, in den Erhalt seines Könnens, sonst hat sich das ganz schnell mit den Talenten.

Doch sich lieber aufs Auto fahren beschränken oder sich ein Fahrrad kaufen?

Unsere Pferde haben alle eine hervorragende Abstammung, sind leistungsbereit, sind die E-Klasse der Pferde mit hohem Sicherheitsstandard ausgerüstet.....probiert es aus!

Ich bin überzeugt davon, dass mir alle Pferdebesitzer zustimmen werden, die diesen Text gelesen haben, dass Pferde kleine Schmuckkästchen sind, die man nicht einmal mit einer E-Klasse vergleichen sollte und nicht einmal aus Kostengründen......;-))))

Dienstag, 21. Januar 2014

Der Apfel

Fünf Tage habe ich gebraucht, um mich von meiner Reise zu erholen, wobei zwischenzeitlich ganz viel passiert ist.

Wenn ich hier in meinem Büro zum Fenster hinaus blicke, werde ich innerlich ganz ruhig. Da draußen herrscht eine Eintracht der Natur, die wie so oft, nur von dem Menschen gestört werden kann.

Pferde sind wie Alles in der Natur, von einer stillen und anmutigen Schönheit. Ich gönne es mir jedesmal, wenn ich den Offenstall betrete, mir Zeit für meine Tiere zu nehmen.

Sie erkennen mich sofort und unterbrechen zumindest ihre Tätigkeit, den Blick auf mich gerichtet. Das eine oder andere kommt mir entgegen, manchmal wiehert auch eins.
Stehe ich bei ihnen, freue ich mich, streichle sie und genieße den Moment, bevor es los geht.

Wir unterhalten uns in einer anderen Sprache.
Ich frage nach ihrem Befinden und ich bekomme jedesmal eine Antwort.
Manch einen mag das erstaunen. Aber nach 41 Jahren intensiver Begegnungen mit den Pferden, ist daran nichts Wunderliches.

Ich beobachte "Die Anderen", die selbst mit einem Apfel bewaffnet, geschäftig zu ihren Pferden rennen. Oft denke ich mir, wie arm diese Menschen doch sind, die diesen Augenblick nicht genießen können. Man kann beobachten, wie sie sich permanent bewegen, hektisch, unausgeruht. Und selbst wenn sie schweigen, kann man deutlich erkennen, wie das Hirn weiter plappert - in einem Fort. Es treibt  den Körper vor sich her, will nur Dinge, die es gewohnt ist und macht somit das eigentliche Individuum zu seinem Sklaven.

Wir versklaven uns, wir versklaven andere Menschen und wir versklaven unsere Pferde.
Wir glauben, dass unser Pferd, welches uns entgegen kommt, sich über uns freut. Es freut sich über den Apfel, nicht über uns. Wir unterliegen einer Täuschung, der wir uns aber gerne hingeben.
Es gibt so viele dieser Täuschungen.

Menschen streben nach oben, in der Hoffnung, dass das Leben sich verbessert. Es wird nicht besser, es wird anders. Es wird insofern anders, als dass wir immer mehr Verantwortung für uns selbst und unseren Nächsten übernehmen müssen.

Wohlstand ist eine der hoch im Kurs stehenden Bestreben eines jeden Menschen, weil er Sicherheit bietet. Auch das ist eine Täuschung und wohl die größte Täuschung unserer Zeit.
Lassen wir doch mal die ganzen Stöckchen, Krüken und Äpfel dieser Welt weg.

Ergeiz bringt uns nicht an unser Ziel, auch nicht mit Apfel...Das Wort "Er - Geiz" lässt es schon erkennen. Es ist eng, finster, unmoralisch und isoliert auf Dauer.

Pferde signalisieren das ganz deutlich, wenn ein Mensch mit zuviel davon auf sie zukommt. Sind sie nicht abgestumpft, werden sie die Flucht ergreifen. Sind sie abgestumpft, erkennt man das immer an den Augen und an dem "Apfel". Sie poltern durch die Gegend, wie ihre Besitzer und rennen Menschen um, halten sie keinen Apfel in der Hand, denn ihnen ist der Mensch einfach "wurscht".

Der Apfel ist ein Synonym für die ganz große Täuschung. Er schafft Begegnungen, meist ohne Inhalt.

Montag, 6. Januar 2014

Achtsamkeit

Dieses Wort ist wohl eines der beflügelten Worte des 21. Jahrhunderts. Es ist ein Wort, das lange den Weg zurück in den Westen gesucht hat und sich momentan versucht zu etablieren.

Mit dem Verständnis oder Unverständnis der Kirche zum Volk in früheren Zeiten und dem Missbrauch der Aufklärung, ging die Achtsamkeit en gros verloren.

Der Weg der Achtsamkeit ist ein langer und beschwerlicher Weg, wurde er nicht - wie bei den fernöstlichen oder anderen Kulturen - schon im Säuglingsalter in die Wiege gelegt.

Ich blicke jeden Tag in Gesichter, geplagt von quälendem Selbstzweifel, Angst und der Suche nach der eigenen Identität, dabei wäre es so einfach in den Spiegel zu schauen und zu sagen;"Ja, das bin ich!"

Wir beschäftigen uns damit, wie wir aussehen könnten wenn....., wer wir sein könnten wenn.....

Und spätestens, wenn uns die irdische Realität einholt, verfallen wir in ein Koma der Handlungsunfähigkeit, während unser Mitteilungsbedürfnis steigt.

Mit dem Mitteilungsbedürfnis überschreiten wir tagtäglich unsere eigene Kompetenz, die wir gar nicht besitzen und verlieren an Respekt dem "Anderen" gegenüber.

Dem "Anderen" etwas mitzuteilen, ohne unsere subjektive Wertung zu integrieren ist eine ganz hohe sprachliche Kunst. Gedanklich müssen wir unsere Emotionen und unsere eigenen Erfahrungen aus dem Hirn verbannen, um dem anderen auf seiner Suche behilflich sein zu können.

Eine gute Kommunikation findet auf Augenhöhe statt. Um auf Augenhöhe kommunizieren zu können müssen wir unser Gegenüber verstehen, seine Andersartigkeit respektieren und uns in erster Linie darauf konzentrieren, was ihn so anders macht.

Zurück zu den Menschen mit den verzerrten Gesichtern.

Gedankenversunken springen sie tagtäglich an mir vorbei.

Das Fatale ist, dass sich diese Menschen für fit und gesund halten, alles wissen und anderen sagen, was sie zu tun haben, sprechen ihre Gesichter doch eine ganz andere Sprache.

Es gibt ganze Epizentren dieser "gesunden" Menschen...in den Kaufhäusern, in den Cafes, bei Sportveranstaltungen, in den Kirchen, bei den Gerichten, auf den Ämtern, etc.

Sogar in den Krankenhäusern.....sie huschen in weißen Kitteln durch die Gänge und behandeln kranke Menschen....

Bevor jemand an mir rumschlitzen darf, bevor ich jemanden Zutritt in mein Herz lasse, bevor ich meine Seele freigebe, bevor ich mich beratschlagen lasse, so ich denn einen Rat benötige, was ich gerne für mich selbst entscheiden möchte....schaue ich meinem Gegenüber ganz tief in die Augen, um mich zu vergewissern, dass mein Gegenüber auch eine Ahnung davon hat, wer er ist und wovon er spricht.

Ich kann das jedem nur empfehlen, der auf der Suche ist, weil es diese beiden Gesichter der Achtsamkeit gilt zu verinnerlichen. Es ist die Achtsamkeit mir gegenüber, die mich dazu legitimiert anderen einen Rat zu geben, sofern sie es wünschen und ihnen zu helfen, sofern sie es wünschen.

Achtsamkeit und Eitelkeit ist nicht dasselbe. Achtsamkeit ist die innere Wahrhaftigkeit, Eitelkeit ein äußerliches Phänomen, das mit dem Alter zur Bürde wird :-(((